Kaffee & Kinderarbeit – So weitverbreitet ist das Problem wirklich

Der frische Kaffee am Morgen gehört für viele Deutsche zum Alltag dazu, ob Instant Kaffee oder frisch gemahlen – Kaffee erhöht unsere Lebensqualität. Studien zur Folge soll der Deutsche durchschnittlich fast 150 Liter im Jahr konsumieren und das ohne zweiten Gedanken. Ob in der Kaffeemaschine daheim oder schnell mal der Coffee-to-go – viele Gedanken daran, wo der Kaffee wirklich herkommt und wer diesen herstellt, verschwenden wir nicht. Und genau das ist das Problem!

Kaffee & Kinderarbeit ist ein großes Problem, über das wir in Deutschland kaum informiert werden. Dieser Artikel soll demnach mehr Aufschluss geben. Was bedeutet Kinderarbeit in der Kaffee-Branche überhaupt? Welche Länder sind betroffen und vor allem, wie kannst du Kaffee finden, der nicht die Kinderarbeit unterstützt? Dies und mehr möchten wir hier klären!

Wie steht Kaffee & Kinderarbeit in Verbindung?

Zuerst einmal muss ich dich auf den Boden der Tatsachen zurückholen, denn von dem Kaffee, den du in Deutschland kaufen kannst, sind lediglich um die 10 % fair hergestellt worden. Die Chancen stehen demnach sehr gut, dass wenn wir ohne Recherche in den Supermarkt gehen und uns einen Kaffee aussuchen, dieser die Produktion unter unmenschlichen Bedingungen unterstützt.

Wenn wir unseren Kaffee am Morgen aufbrühen oder sogar zu einem Café gehen, dann denken wir nicht daran, dass wir mit unserer täglichen Wahl, unmenschliche und katastrophale Bedingungen unterstützen. Leider gibt es aktuell nur wenige Regulierungen, wie beispielsweise Produktionsbedingungen auf der Verpackung gekennzeichnet werden.

Wenn wir an Kinderarbeit denken, dann kommen uns Bananen Plantagen oder auch große Fabriken und Fließband Arbeit in den Sinn, doch Tatsache ist, dass Kaffee & Kinderarbeit im großen Zusammenhang stehen und dies immer noch ein riesiges Problem ist.

Kaffee & Kinderarbeit – Die traurige Wahrheit

Kaffeeplantagen sind in vielen Dritte-Welt-Ländern, wie Guatemala oder Kenia zu finden. Der Kaffee ist weltberühmt, doch die konkrete Produktion wird nicht weiter definiert. Fakt ist, auf vieler dieser Plantagen arbeiten nicht nur Erwachsene, sondern viele Kinder. Manche sind gerade mal 11 Jahre alt. Der Lohn ist unterirdisch, die Verhältnisse unmenschlich und die Stunden lang. Sie tragen Säcke voller Kaffeebohnen, die fast genauso groß sind, wie sie selber, schwitzen in der Mittagshitze und das auf Kosten ihrer Kindheit.

Je nach Größe und Alter des Kindes werden die verschiedene Aufgaben bestimmt. Sollte das Kind noch sehr klein, schwach und jung sein, gehört zu den Aufgaben die Ernte. In späteren Jahren kommen dann weitere Aufgaben hinzu, wie die Beeren von den Zweigen aufzusammeln. Des Weiteren übernehmen die Kinder das Aufräumen, einsprühen der Bäume mit Pestiziden, düngen und das Säcke, sowie Kisten tragen.

Kaffee & Kinderarbeit – Die Folgen

Die Folgen der Kinderarbeit sind erschreckend! Nicht nur arbeiten die Kinder unter den gleichen Bedingungen, wie die Erwachsene – heißt oftmals den ganzen Tag in der Sonne, sondern zugleich bezahlen diese Kinder einen hohen Preis. Ihnen wird die Kindheit und das Kind sein geraubt, sie haben keine Chance eine Schulausbildung zu genießen und demnach geringere Optionen im späteren Leben anderen Jobs zu finden. Oftmals bleiben diese Kinder auf dieser Plantage tätig, auch in erwachsenen Jahren. Durch den Mangel an einer Schulausbildung und Chancen auf ein besseres Leben, wird die Lebenslage von Generation zu Generation weitergegeben.

Nicht nur das, denn durch die harte Arbeit in jungen Jahren wird auch die Gesundheit stark belastet. Vor allem in der Kindheit, beziehungsweise Pubertät, entwickelt sich der Körper noch weiter. Durch die harte Arbeit kann dieser Prozess negativ beeinflusst werden.

Durch die schlechten Arbeitsbedingungen, die auch den Erwachsenen Probleme bereiten, haben Kinder eine hohe Chance krank zu werden. Besonders häufig sind Lungenentzündung, Malaria und Grippe.

Welche Länder sind von Kaffee & Kinderarbeit betroffen?

Unglaublich aber wahr! Neben Erdöl ist Kaffee einer der wichtigsten Export-Rohstoffe auf der ganzen Welt. Die Nachfrage ist riesig, sodass sich immer mehr Länder dazu bereit erklären Kaffee anzubauen. Aktuell gibt es rund 76 Länder, in denen sich Kaffeeplantagen finden lassen. Durch die Möglichkeit des Profits, sind diese Länder meistens Dritte-Welt-Länder.

Beispielsweise lassen sich unter allen Kaffee Plantagen Arbeitern in Kenia rund 60 % Kinder finden und in Guatemala sind es circa 30 %. Die meisten Länder der Kaffee Produktion befinden sich in Afrika und in Lateinamerika. Vereinzelnd auch in Asien, beispielsweise Malaysia. Laut der Webseite aktiv-gegen-kinderarbeit.de lässt sich die schlimmste Form der Kinderarbeit in Tansania finden.

Eine kleine Auswahl an Ländern, die Kinderarbeit unterstützen:

  • Guatemala
  • Kenia
  • Honduras
  • Malaysia
  • Tansania
  • Peru 

Wie kommt es zur Kinderarbeit auf Kaffeeplantagen?

Es geht ums Geld, genauer gesagt, um den Profit! Ob der Endkonsument oder der Supermarkt, der den Kaffee anbietet – der Preis spielt eine große Rolle! Wenn wir in den Supermarkt gehen, um einen neuen Kaffee auszusuchen, dann schauen wir nicht nur auf die Marke und die Verpackung, sondern vor allem auf den Preis. Je geringer der Preis, desto attraktiver ist der Kauf.

Hierbei geben vor allem die Supermärkte den preis vor, denn diese stehen nicht nur in Konkurrenz zueinander, sondern haben die Wahl welche Kaffeeanbieter diese in ihrem Supermarkt ins Sortiment aufnehmen wollen. Dabei kann dieser einen Preis vorgeben und sich einen Anbieter suchen, der diesen Preis annimmt. So entstehen teilweise unterirdische Preise, die darin resultieren, dass die Produktionsbedingungen schlecht sind und den Arbeitern ein minimaler Lohn gezahlt wird. Damit eine Familie schließlich am Ende des Tages genug Geld verdient, um Essen zu kaufen, müssen auch die Kinder arbeiten.

Dies haben auch die Fair Trade Kaffeeanbieter erkannt und verkaufen ihren Kaffee daher zu einem Preis, der gute Arbeitsbedingungen, keine Kinderarbeit und zugleich einen ausreichenden Lohn unterstützt.

Die gute Nachricht ist, dass nun auch einige große Supermärkte das Problem erkannt haben, darunter Kaufland, Lidl, Rewe und Aldi. Diese Supermärkte haben sich freiwillig dazu bereit erklärt das Einkommen der Arbeiter finanziell zu unterstützen.

Welche Kaffee Anbieter unterstützen die Kinderarbeit?

Erst vor kurzer Zeit hat eine Dokumentation des britischen Fernsehsenders Channel 4 für Furore gesorgt. Hierbei wurde das Thema Kinderarbeit in der Kaffeeproduktion thematisiert und als Beispiel Plantagen von großen Kaffee-Konzernen besucht. Die Umstände in denen die Kinder und auch die Erwachsenen in Guatemala arbeiten müssen, sind unmenschlich.

Diese Dokumentation resultierte darin, dass der Präsident von Guatemala Alejandro Giammattei, die Gesetze bezüglich des Mindestalters von 14 auf 16 Jahre ändern möchte. Vor allem im Hinblick auf die halbe Millionen Guatemalteken, die auf ihre Jobs in der Kaffee-Industrie angewiesen sind. Nicht nur das, denn auch Vertreter der Kaffee-Giganten meldeten sich zu Wort und planen eine Untersuchung der beauftragen Plantagen. (Quelle: https://www.fr.de/wirtschaft/kinderarbeit-kaffeeplantangen-13571145.html)

Wie kannst du feststellen, dass für deinen Kaffee keine Kinder arbeiten mussten?

Wie die Dokumentation „Dispatched“ von Channel 4 aufgedeckt, kann man als Verbraucher den Anbietern leider nicht immer glauben. Hier wurde thematisiert, dass große Kaffeemarken sich als „ethical“ bezeichnen und die Kaffeeproduktion unter fairen Bedingungen produzieren. Diese Dokumentation hat das allerdings widerlegt. Die Frage ist nun „Wie kann man als Verbraucher erkennen, dass der Kaffee den wir kaufen, wirklich fair hergestellt wurde?“

Die Lösung sind die Fair Trade Siegel! Diese Siegel bekommen die Produkte nur, wenn sie zahlreichen Tests unterzogen wurden und diese erfolgreich bestanden haben. Diese Kaffees lassen sich bereits in vielen Supermärkten finden. Falls du bisher nicht fündig geworden bist, dann raten wir dir auf einen Bioladen auszuweichen oder den Kaffee online zu kaufen.

Hinterfrage auch das Marketing von diversen Kaffee Anbietern, denn das sogenannte “Green Washing” ist aktuell so beliebt wie nie. “Green Washing” bezeichnet die Marketing Praktik, welche ein Produkt als nachhaltig und öko darstellt (sei es durch die Optik oder Slogans), doch in Wirklichkeit handelt es sich nicht um ein nachhaltiges Produkt. In Deutschland fehlen noch die konkreten Gesetze, welche diese Art des “Green Washings” verbieten.

Beispielsweise werden in der Modeindustrie viele Kleidungsstücke bekannter Marken als “Sustainable” (übersetzt “Nachhaltig”) bezeichnet, doch enthalten diese nur bedingt biologisch abbaubare Stoffe, wie Bio-Baumwolle. Diese Stoffe werden gerne mit den klassischen Stoffen, wie Nylon oder Viskose vermischt, da es günstiger ist. Demnach ist nur ein geringer Teil des Produkts nachhaltig, doch wird mit Nachhaltigkeit geworben. Ähnlich ist es in der Kaffeeindustrie - Zweimal hinschauen und Recherche betreiben lohnt sich demnach!

Fazit: Kaffee & Kinderarbeit – Setze auf den richtigen Kaffee!

Kaffee gehört zu unserem Alltag dazu, wir lieben den Geruch, er schenkt uns Energie und macht unseren Morgen schöner, doch zu welchem Preis? Mittlerweile gibt es genug Beweise, dass die Kinderarbeit in der Kaffeeproduktion ein riesiges Problem ist und es sollte nicht mehr geleugnet werden. Wir, als Verbraucher, haben mit unserem Geld die Option eine Entscheidung für oder gegen die Kinderarbeit und die unmenschlichen Arbeitsbedingungen zu finden. Mit unserer Entscheidung im Supermarkt haben wir langfristig großen Einfluss auf die Situationen dieser Kinder.

Für den Verbraucher ist es nur eine kleine Entscheidung lieber auf einen Kaffee mit Fair Trade Siegel zu setzen, doch für diese Kinder und ihre Familien, ist es nicht nur eine riesige Verbesserung der Arbeitsbedingungen, sondern vor allem eine Verbesserung ihres Lebens. Wenn die Eltern auf diesen Kaffeeplantagen einen ausreichenden Lohn bekommen würden, der ihnen ermöglicht problemlos die Familie zu ernähren, dann gebe es auch keinen Grund mehr, wieso die Kinder arbeiten müssten. Vielmehr könnten diese die Schule besuchen und durch eine gute schulische Ausbildung sich um bessere Jobs bemühen.

Auch wenn wir uns nicht tagtäglich mit diesen Problemen auseinandersetzen müssen und bei der Tasse Kaffee am morgen, es leicht ist die Rosarote Brille auf der Nase sitzen zu haben, sollten wir uns immer wieder vor Augen halten, dass die Kaufentscheidungen, die wir im Alltag treffen, großen Einfluss auf das Leben anderer Menschen habe.

Uns bei COFY sind Nachhaltigkeit und Menschen unglaublich wichtig! Genau deshalb setzen wir darauf, dass unser Kaffee fair und ohne jegliche Form der Kinderarbeit angebaut und produziert wird. Im Gegenteil - mit einer Spende von 2€ pro verkauftem Kilo Kaffee, finanzieren wir den Schulbesuch von Kinder in Äthiopien und schenken ihnen eine Zukunft. Mit stolz können wir also sagen, dass wir Kinderarbeit nicht nur nicht unterstützen, nein, mit unserem Kaffee fördern wir Kinder!

Triff auch du die richtige Entscheidung und setze auf fairen Kaffee!

Kaffee & Kinderarbeit – So weitverbreitet ist das Problem wirklich